Thronräuber/Rezension

aus Wiki Aventurica, dem DSA-Fanprojekt
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Rezension von Marc Völker, 2004

Mit Thronräuber ist nun der dritte Roman zu dem "DSA-Spinn-off" Myranor erschienen. Alexander Lohmann erzählt hier auf 349 Seiten die Geschichte der Magierin Baliante, die vor zehn Jahren aus ihrer Heimat und vor ihrer eigenen Vergangenheit geflohen ist. Durch eine Verkettung unglücklicher Umstände muss Baliante nunmehr ihr selbst gewähltes Exil verlassen und kehrt unfreiwillig in ihre Heimatstadt Neanikis zurück, wo seltsame Dinge vor sich gehen. Baliante wird in die Machenschaften der Rebellen hineingezogen und muss sich in dem folgenden Strudel der Ereignisse ihren Ängsten und den Schatten ihrer Vergangenheit stellen.

Man kann jetzt nicht unbedingt sagen, dass der Verwendete Handlungsbogen revolutionär neu ist. Dennoch gelingt es dem Autor, die Geschichte in einer Art zu erzählen, die frisch und unverbraucht wirkt. Die relativ geringe Anzahl an Myranor-Publikationen kommt dem Autor hierbei entgegen. Leider ist die Geschichte jedoch relativ geradlinig und spätestens ab Mitte des Buches auch vorhersehbar. Unabhängig davon ist die Story abwechslungsreich und interessant erzählt. Lediglich in der Mitte des Buches hat die Story einen kleinen Durchhänger und zieht sich unnötiger Weise in die Länge. Diesen Platz hätte der Autor sinnvoller nutzen können. Letztendlich geht es in diesem Buch jedoch weniger um die Handlung und mehr um die Interaktion der Protagonisten.

Der Autor versteht es erfolgreich, in seinem Buch "myranische Atmosphäre" zu erzeugen. Die Beschreibungen der Welt sind gut gelungen, und der häufig vorherrschende Eindruck, dass die Handlung lediglich an den Hintergrund angepasst wurde, stellt sich nicht ein. Gleichzeitig schafft es Alexander Lohmann, für in Sachen DSA und insbesondere Myranor unbedarfte Leser, die Geschichte so zu erzählen, dass auch diese der Handlung problemlos folgen können.

Fazit:
Von den bisher erschienenen Myranor-Romanen ist Thronräuber meiner Einschätzung nach der Beste. Das Buch ist für Insider interessant und gleichzeitig auch für Neulinge noch relativ leicht zugängig. Es sticht jedoch mehr durch den Mangel an Myranor-Romanen als durch die reine Qualität der Story aus der Masse hervor. Das soll jetzt jedoch nicht heißen, dass die Geschichte an sich schlecht ist. Jedenfalls ist das Buch allen Myranorfans zu empfehlen. Von mir erhält Thronräuber 7 von 10 Punkten.