Spielerwelten:Purpurhandel

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Autoren: De Roit Spielerwelten: Dieser Artikel erweitert die offizielle Spielwelt oder wandelt sie ab.
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Art: Neuschöpfung
Kategorie: Kultur

Der Purpurhandel

Die Purpurschnecke ist auch im Askanischen Meer weit verbreitet. Im kleinen Fischerdörfchen Benivilla, das knapp 30 Meilen firunswärts von Mengbilla an der Küste liegt, blüht der Fang und die Weiterverarbeitung der Purpurschnecke.

Der Transport der kostbaren Ware erfolgt aber in der Regel auf dem schnelleren Seeweg mit den Frachtbiremen der Händlergilde - 70 % aller Frachtbiremen befinden sich natürlich im Besitz des Hauses Gerbelstein. Eine Tatsache, die der Seefahrergilde ein Dorn im Auge ist. Die Frachtbiremen benötigen bei geruderter Marschgeschwindigkeit knapp sechs Stunden für die etwa 54 Seemeilen, bei günstigem Wind unter Segel sogar weniger als fünf Stunden. Eine Frachtbireme kann bis zu zehn Fass Purpurfarbe laden - der Rest des Frachtraumes wird für andere Waren, Verpflegung und Material genutzt. In Mengbilla werden die Fässer an die jeweiligen Färbereien zur weiteren Verarbeitung ausgeliefert oder zur Weiterfahrt auf einen der dort liegenden Fernhandelsschiffe umgeladen. Wen wundert es, dass diese zum Großteil auch dem Hause Gerbelstein gehören?

Purpur nennt man den aus der Purpurschnecke gewonnenen leuchtstarken Farbstoff, der zwischen Violettrot und Schwarzviolett liegt. Der Purpur wird aus einer schwach gelben Flüssigkeit hergestellt, die sich in der Ader des Tieres findet. Man entnimmt die Ader, fügt etwa zwölf Skrupel Salz auf einem Stein der heraus gelösten Fleischmasse zu und weicht diese in klarem Wasser drei Tage ein. Anschließend erhitzt man die nächsten zehn Tage unter gleich bleibender mäßiger Wärme in einem Zinnkessel die Fleischmasse. Auf ein Fass Wasser müssen acht Stein Fleischmasse zugegeben werden. Täglich schöpft man die abgelösten Fleischteile der nunmehr aufgelösten Adern aus der Brühe und füllt den verdunsteten Wasseranteil auf. Hat sich die Brühe geklärt taucht man die Wolle (selten) oder Seide (üblich) ein und legt diese ans Tageslicht. Die einzelnen Purpurvarianten - das schwarzviolett wird auch gerne von den Hütern- und Bewahrern der Nacht (Borongeweihte) im Großemirat Mengbilla getragen - entstehen durch die entsprechende Liegezeit (1-3 Tage) am Tageslicht. Ein Geheimnis, das jeder Färbermeister nur seinem Nachfolger weitergibt. Die Stoffmenge pro Tier ist so gering, das zur Herstellung von einem Fass Farbstoff mehr als 8000 Schnecken erforderlich sind.

So ist es zu erklären, dass ein Fass des kostbaren Purpur-Farbstoffes erst ab 1000 Dukaten erhältlich ist - die reinen Herstellungskosten liegen bei etwa 200-300 Dukaten pro Fass. Ein Färbermeister oder Tuchhändler in Al'Anfa kann jedoch froh sein, wenn er das Fass schon für 1650 Dukaten erstehen kann.

Übrigens verwenden auch die Heilkundigen Purpurschnecken (laut einem unbekannten Heilkundigen aus Mengbilla):
Zermahlene Purpurschnecke, mit dem Schmalz der Selem-Ferkel vermischt, wird als Salbe zur Heilung bei Brandwunden aufgetragen.

Schutzheiliger der Purpurfärber ist Sanct-Thallian, dem man im jeden Götterlauf am 17. Peraine gedenkt.

Abschrift aus den Büchern der Fernhändlergilde, den Kompagnos der Färber und mit freundlicher Genehmigung des Wesirat von Benivilla sowie des Gildemeisters Alrik Gerbelstein. 1028 BF

--De Roit 02:33, 2. Apr 2007 (CEST)