Spielerwelten:Boriani

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Art: Neuschöpfung
Kategorie: Kultur

Nach heutigem Wissensstand ist das Urboriani eine Weiterentwicklung des späten Yalánati gewesen, welches wohl nicht unwesentliche echsische Einflüsse aufwies. Die borianischen Sprachen selbst müssen jedoch der mohischen Sprachfamilie und dort insbesondere den Dialekten der Wudu (bodu), bathoiar, Napewanha und Panaq-Si zugeordnet werden. Charakteristisch für diese Sprachen sind zum einen so genannte Wortpartikel, zum anderen die ursprüngliche einsilbigen Wörter. Typisch ist ferner der Hauptakzent der meisten borianischen Wörter auf der letzten oder vorletzten Silbe. Vor allem bosparanische Spracheinflüsse haben dazu geführt, dass sich in einigen Bereichen relativ kompliziertes und komplexes Wortbildungssystem entwickeln konnte. Der entscheidenste Unterschied zu den mohischen Sprachen ist jedoch die schon frühe Schriftkultur der Borianim. Diese entstand nach dem Vorbild echsischer Glyphen auf Anregung weißer Forscher ab ca. 750 BF.
Etwa ab 120 v. BF wurde das Urboriani durch das frühe Altboriani abgelöst, das nur wenige grammatische, dafür eher lexikalische Gemeinsamkeiten mit seinem Vorgänger aufwies und bis um 785 BF. in Gebrauch war.
Nachdem das Neuboriani (NB) seit etwa 1013 BF für eine politische Karriere im Cirasat von Borian (nominell unabhängige Provinz des Königreiches von Brabak) als verbindliche Grundlage anzusehen ist, hat es sich, wenn auch nicht rechtsverbindlich auch als Sprache des borianischen Provinzrates wie auch der gebildeten Schicht durchgesetzt. Als Muttersprache ist es jedoch vor allem in Baltés'agar und Pulchur verbreitet, während die meisten Bewohner der „Boronstadt“ (poetischer Name für Borian) sich des Brabaci bedienen, welches hierzulande jedoch mit etlichen Begriffen des Boriani durchsetzt ist.
Einige Forscher der Gegenwart halten übrigens die gesamte ur- und altborianische Schriftkultur für eine gelungene Fälschung, da entsprechende Schriftstücke sich andernfalls im tropischen Sumpfklima der Brabaker Sümpfe niemals bis heute hätten konservieren lassen...

Dieses Boriani ist eine Sprache mit einer großen Zahl von Vorzügen. Ihr größter Vorteil ist sicher, dass es unmöglich ist, etwas falsch auszusprechen - wenn man die Regeln einmal gelernt hat. Ihr größter Nachteil ist jedoch, dass die borianische Satzstellung sich durch entsprechende Präpositionen jederzeit flexibel „anzupassen weiß“ oder wie der Halenser hämisch meinen würde: „Der Boriani liebt das Chaos, denn er kennt keine feste Satzstellung! Im täglichen Leben der Borianim, wenn sie denn Brabaci oder Garethi sprechen, bemerkt man zunächst Worte wie „Halenser“ für die Bewohner des Mittelreiches, „Horasier“ mit der versteckten Nebenbedeutung „Feind“ [auf Altboriani unter anderem horas = „der Feind“] oder etwa das unmittelbar aus dem Boriani übersetzte „Ehre sei Dir/Euch“ (salárnum), worauf man unverzüglich mit „Ein ehrenvolles Leben sei Dir/Euch“ (salávirum) zu entgegnen hat. Allgemein bekannt ist auch das Wort cavi, was je nach Zusammenhang jeden (steuerpflichtigen) Bürger, das Volk oder auch die gesamte Bevölkerung des Landes zu meinen scheint. Das borianische Herzogtum heißt im borianischen Brabaci „Cirasat von Borian“ oder schlicht „Cirasat“ (abgeleitet von dem borianischen Wort cirasan für „Richter“ oder „Herzog“), auf Boriani selbst aber ríanan as-boráen. Um in diesem Chaos nicht unterzugehen und einen Blick hinter die sprachlichen Kulissen zu werfen, hat die BNB (gnavacca viraláy as'an lósha as-bóreaani) unter Vera Tirdan bereits vor einigen Götterläufen ein Boriani-Brabaci-Wörterbuch herausgegeben, ein Brabaci-Boriani-Wörterbuch steht unmittelbar vor der Fertigstellung. Seit 1024 BF wird auch in nichtailinistischen Kreisen an einer Verbreitung des Boriani über das borianische Siedlungsgebiet hinaus gearbeitet. In dieser Sache hat Bondrian von Pulchur die Führung übernommen, der als Aushängeschild der BNB gleichzeitig auch kulturpolitische Interessen für Borian vertritt.

Bewegung zur Neubelebung des Boriani (BNB) Die gnavacca viraláy as’an lósha as-bóreaani wurde 999 BF/21 n.S.N. von Vera Tirdan gegründet und hat sich zum Ziel gesetzt, borianische Sprache und Kultur sowohl innerhalb als auch außerhalb Borians zu verbreiten. Als praktische Ergebnisse ihrer Arbeit sind ein Boriani-Garethi-Wörterbuch (1012 BF/34 n.S.N.) und eine Abhandlung über das Urboriani (1025 BF/47 n.S.N.) erschienen. Außerdem wurde bereits 1012 BF/34 n.S.N. das Boriani zur alleinigen Amtssprache auf borianischem Territorium bestimmt, dessen Nichtbeachtung von Geldstrafen bis hin zur Amtsenthebung führen kann.
Es ist bekannt, dass die BNB massiv sowohl die Kulte der Hohen Sieben – vornehmlich den der Hohen Herrin Ashanti – sowie den Ailinismus unterstützt hat, vielleicht sogar einen nicht unwesentlichen Anteil daran trägt, dass sich der Ailinismus so erstaunlich gut auf borianischem Grund und Boden durchsetzen konnte.
Durch den Zwangsfrieden mit Brabak vom Peraine 1024 BF/Fastenmond 46 n.S.N. muss die BNB außerdem als Sammelbecken für all jene Patrioten gesehen werden, die ein starkes und unabhängiges Borian sowie die Rückkehr zu den alten Traditionen wünschen.
Einführung in die borianische Grammatik
Einführend seien auch noch ein paar Worte zur borianischen Grammatik gestattet, die an anderer Stelle (BKS 2, S. 67-70) etwas ausführlicher beschrieben wurde.
Generell unterscheidet das Boriani zwischen folgenden Fällen: 1. Fall = Nominativ, Akkusativ, Dativ, 2. Fall = Genitiv I, 3. Fall = Genitiv II, 4. Fall = Translativ. Der Genitiv I wird gebildet mit einem Substantiv, dem als Präfix as- vorangestellt wird, also z. B. as-anva „der Katze“ oder as-cámathan „des Mannes“. Der Genitiv II wird gebildet mit i + Substantiv + Adjektiv", also z. B. i camáthan-clea „des schönen Mannes“ bzw. i venía-cléanáth „des Mädchens mit großer Persönlichkeit“. Der Translativ entsteht durch den Suffix ica, z. B. bihanica „nach Hause“ oder borianica „nach Borian“. Im Regelfall gebraucht man im Boriani nur den bestimmten Artikel. Will man unbedingt einen unbestimmten Artikel gebrauchen, so sagt man etwa i-ornu „Bäume“ anstatt ornu „der Baum“.
Insgesamt 5 regelmäßige Pluralformen unterscheidet das Boriani, deren Gebrauch sich jeweils aus der Endung eines Substantivs ergibt. Auch auf die 16 Zeitformen des Boriani möchte ich hier nicht näher eingehen, genauso wenig wie auf das borianische Verb, dessen Gebrauch außergewöhnlich einfach und regelmäßig ist, so etwa sáma „sein“, sámalí „er ist“, samalá „sie ist“ oder sámay „ich bin“. Prinzipiell kann fast jedes borianische Wort sowohl männlich (-an, -nu oder -ru) oder weiblich (-a, -i) sein. Je nach Geschlecht des Sprechers wird einfach die Endung verändert.

Publikationen[Bearbeiten]

Ausführliche Quellen[Bearbeiten]

"Borian-Kampagnen-Set" #2, 7-9 (1992 bis 2005); "Borianische Lieder und Gedichte 1992 bis 2002" (2002)