Der Hofmagier

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Begriffsklärung Weitere Artikel mit gleichem Namen: Hofmagier (Begriffsklärung). Dort angezeigte Kurzcharakterisation dieses Artikels: Produkt: erster Roman der Reihe Aus dem Leben des G.C.E. Galotta.
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Biographische Romanserien:
AnswinDajinGalottaThalionmelRaidriRhiana

[?] R094 " R94 Der Hofmagier
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Roman (Softcover)
Derisches Datum 968 bis 989 BF
(Datierungshinweise)
Seitenzahl 300 (Erstauflage)
Verwandte Publikationen
Serie Aus dem Leben des G.C.E. Galotta Bd. 1
Mitwirkende
Autoren Mark Wachholz, Kathrin Ludwig
Cover Kathrin Ludwig
Illustrationen
Pläne
Spielwelt-Informationen
Ort Elenviner Auen, Beilunk, Reichsforst, Gareth, nördl. Dschungel Maraskans, Khunchom
Hauptpersonen
(Liste)
Verfügbarkeit
Erschienen bei FanPro
Erscheinungs­datum 2006/08/18 " 18. August 2006
2. Auflage 2008/05 " Mai 2008
Preis 9,00 € (Erstauflage)
Preis pro Seite 3 Cent (Erstauflage)
Preis heute mit 2% Inflation p.a. 11.19 € (Erstauflage)
ISBN ISBN 3-89064-476-7
Erhältlich bei ISBN-Suche
Buchhandel.de
Buchkatalog.de
Amazon1
1: Referrer-Link; Einnahmen an Dennis Reichelt
Links
Bewertung per Abstimmung dsa-Forum
Rezensionen grimoires.de von Nico Zorn
Weitere Informationen Ulisses-Produktseite
Mit freundlicher Genehmigung der
Ulisses Spiele GmbH

Klappentext[Bearbeiten]

Im Jahre 975 wird Galotta als junger und aufstrebender Weißmagier von Kaiser Reto als Hofmagier nach Gareth bestellt. Mit dem Kaiser verbindet ihn der Drang, das Reich in eine neue, goldene Zeit zu führen. Seine magischen Talente ermöglichen es ihm, ungewöhnliche Forschungen zu betreiben und im Ränkespiel am Hof zu überleben. Der Glaube an die Magierphilosophie und die Macht des freien Geistes treibt ihn voran, bis sich ihm eine stärkere Kraft als die seine in den Weg stellt ...
Klappentext von Der Hofmagier; zur Weiterverwendung siehe Ulisses-Disclaimer

Inhaltsangabe[Bearbeiten]

Gaius Cordovan Eslam Galotta verweigert als junger Mann der Magierin Nahema ai Tamerlein die Dienerschaft. Als Antwort auf diesen Affront prophezeit sie ihm sein Leben. Obwohl Galotta nicht an Prophezeiungen glaubt, zieht sich die Weissagung der Nahema wie ein roter Faden durch die Trilogie um den Magus.
Nachdem der Versuch des jungen Galotta, Advocatus Primus der Weißen Gilde zu werden, um selbige zu reformieren, scheitert, wird er von Kaiser Reto von Gareth als Hofmagier in Dienst gestellt. Der Kaiser unterstützt die Forschungen des Magiers und verlangt von ihm als Gegenleistung die Erschaffung einer Waffe, die im geplanten Krieg gegen das abtrünnige Maraskan eingesetzt werden kann.
Neben seinen Forschungen hat sich Galotta mit einem angemessenen Lebensstil am Hofe zu Gareth zu beschäftigen. Schwierig wird es für ihn, als Prinz Hal von Gareth mit der Al’Anfanerin Alara Paligan verheiratet wird. Die machthungrige Schönheit zögert nicht, auch Galotta für ihre Pläne zu benutzen.
Während einer Strafexpedition gegen aggressive Waldelfen rettet Galotta vier verwaisten Elfenkindern das Leben, indem er sie benennt und somit an sich bindet. Wolkentanz, Regenwind, Nachtlied und Rabenkind bezeichnen ihn von diesem Moment an als „Vater“ und teilen sich ihm durch Gedankenübertragung mit. Die auf diese Weise ermöglichte Erforschung der elfischen Magie bringt Galotta immenses magisches Wissen ein.
Als Kaiser Reto gen Maraskan zieht, hat Galotta seine Kriegswaffe so weit perfektioniert, dass sie im Dschungel von Arubor’Burob im nördlichen Maraskan erfolgreich einsetzen kann. Ein verlustreicher Feldzug gegen dort lebende Echsenmenschen kann durch Galottas Artefakt letztlich siegreich beendet werden. Beim Sturm auf die Schwarze Pyramide der Echsenmenschen begegnet Galotta einer der Skrechu dienenden Schlangenfrau. Nachdem auch diese vernichtet ist, gelangt Galotta in den Besitz einiger wertvoller Schriftrollen der Echsen.
Den Sinn dieser Schriften lässt er sich nach Beendigung des Krieges vom führenden Forscher auf dem Gebiet der echsischen Magie, Rakorium Muntagonus, deuten. Das Wissen der Echsen deutet auf ein Schwarzes Auge hin, dem der Name „Weit Widerhallende Stimme“ gegeben wurde.
Wo sich dieses Artefakt befindet, und ob Galotta es zur Weiterentwicklung seiner Waffe nutzen kann, bleibt offen.
--RetosRitter

Zusatzinformationen[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

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Bewertung[Bearbeiten]

Roman: Der Hofmagier (Rangliste)
Note Bewertung durch Unterschrift (Anleitung)
sehr gut  (1)  Quendan von Silas, Terranarion, Anloén, Uthruban, Falk Steinhauer, Michael, Eboreus, Alderich, Fil, Sindoran aus Tarschoggyn, Mythram Leuenbrand von Perricum, Kogan Earkson, Arlisin, Rondrian, Lucian F., Oreus, Fingayn, Theaitetos, Geron, Lorion Feuerflug, Herr der Nacht, Xarfaidon, lunzmasta, Ohrenbär, Kirgam, Quandt, Polet, Calad
gut  (2) Xolgrim, Lukas, Derograph, Priscylla, Sunkist, Waldemar, Amirato, Answin von Andergast, Orci, Crysis, Delilahsab
zufriedenstellend  (3) Cusimo, Avatar MacMillan, Ucurian, Tiyadan, Lorion Albenhaupt
geht so  (4) Zordan, Zerwas, Ereinion, Tsadrosch, Nottr, Domino
schlecht  (5) „Schweinebeschwörer der Mann“
Durchschnitt 1.8
Median 1
Stimmen 51

Kommentare[Bearbeiten]

Xolgrim:

Ein sehr interessantes Buch. Der urböse „SchwarzmagierGalotta bekommt hier ein ganz anderes Gesicht verliehen. Ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass bei DSA eben doch nicht alles nur schwarz und weiß ist. Einfach ein Muss für jeden, der sich für die Geschichte um Borbarad interessiert oder auch nur für Magier im Allgemeinen.

Lukas:

Ein in einem erfrischenden Schreibstil verfasster Roman, der zudem den DSA-Fan mit passendem Hintergrund und inneraventurischen Metaplot-Infos erfreut. Leider enthält er für den Preis von 9 Euro nach meinem Geschmack zu wenig Inhalt (böse Zungen könnten die Aufteilung der Galotta-Biografie in zwei Romane gar als Geldmacherei von Verlagsseite titulieren), dafür enthält er leider stellenweise überdurchschnittlich viele typografische Fehler.

Derograph:

Das Buch war gut zu lesen und zeigte, dass sich die Autoren einigen Rechercheaufwand geleistet hatten. Getrübt wurde der Schreibstil, der recht gut zu lesen war, von einigen Leichtsinns- und Rechtschreibfehlern. Die Handlung zieht sich an wenigen Stellen etwas. Mir persönlich war zudem es etwas zu viel, was im Nachhinein dem guten Galotta so alles angedichtet wurde, das ist schon fast unglaubwürdig.

Amirato:

Der Hofmagier zeigt in beeindruckender Manier den Werdegang des berüchtigsten Magiers des Mittelreiches. Der ersten Teil der Galotta-Biographie behandelt seien Aufstieg am Hof Kaiser Retos. Der Schreibstil ist flüssig, der Protagonist glaubwürdig wenn auch an einigen Stellen naiv. Das einzige kleine Manko ist, dass Gareth und der Kaiserhof ein wenig leblos wirken. Aber ansonsten ein gut gelungener Roman.

Retos Ritter:

„Der Hofmagier“ war das erste Buch aus der Welt des Schwarzen Auges, das ich gelesen habe. Ich wusste dementsprechend auch nicht, welch „böses“ Ende es mit Cordovan Galotta nimmt. Aus der Sicht eines DSA-Neulings wirkt die Entwicklung des Magiers schlüssig. Vielleicht mag der Vergleich mit Faust ein wenig hochtrabend erscheinen, doch auch Goethes „hochgelehrter“ Protagonist wollte eigentlich nur Gutes …
Besonders hervorheben möchte ich die Schilderung von Kaiser Reto, dessen Verhältnis zu Galotta und die erfrischend abwechslungsreiche Erzählweise, die dadurch ermöglicht wird, dass Galotta nicht nur seine magischen Forschungen weiterführen will, sondern sich gleichzeitig mit der Situation am Hof zu Gareth (inklusive einer heiklen Liebesaffäre) konfrontiert sieht.
Keine der Figuren ist „nur gut“ oder „nur böse“, und das ist auch gut so, weil es die Spannung aufrechterhält. Fazit: Der Hofmagier machte mir großen Appetit auf den Feuertänzer, den ich sofort danach verschlungen habe.

Tsadrosch:

Das Buch wagt sich an schweren Stoff, ohne ihm tatsächlich gerecht zu werden. Viele Chancen zu dramatischer oder tiefgreifender Erzählung werden vergeben, Leerstellen und Höhepunkte werden oftmals falsch gesetzt. Der Niedergang des Magiers ist nur allzu deutlich, so dass sich kaum emotionale Anteilnahme entwickeln kann. Qualität der Technik und des Stils des Buches sind zudem variierend. Während man es hier auch zu seltenen Höhepunkten schafft, geht der Großteil des Buches in dumpfer Mittelmäßigkeit unter. Ein Vergleich mit Faust ist bei der fehlenden Qualität dieses simpel und fahrig gestrickten Fantasyromans schlicht und ergreifend lächerlich - auch wenn die Chance auf eine geniale Verwertung der Grundlage möglich gewesen wäre. Enttäuschender sind nur noch die Folgebände, in denen noch weit häufiger die Möglichkeit zur gekonnten Erzählkunst verschenkt wurde. Den Autoren sei hoch angerechnet, dass sie sich dennoch an einer solchen Aufgabe versucht haben.

Nottr:

Der Schreibstil gefällt mir nicht, er ist zu trocken und distanziert, weiß deshalb nicht zu fesseln. Obendrein sind die vielen Rechtschreibfehler stümperhaft. Die Handlung kommt mir wie eine lieblose Aneinanderreihung von Geschehnissen vor und wird erst gegen Ende interessant. Der Roman hat meine Erwartungen nicht erfüllt, einzig und allein, dass es hier um Galotta geht, macht den Roman interessant.

Rondrian:

Ein grandioser Einstieg in das schicksalhafte Leben Galottas! Die vielen altbekannten Persönlichkeiten der aventurischen Historie werden sehr vielschichtig beleuchtet und alles wird sorgfältig in den gesetzten Hintergrund eingewoben. Galotta bekommt sehr viel Farbe und Profil verliehen und man beginnt seinen Weg in den Abgrund bereits nachzuvollziehen, der sich an manchen Stellen bereits andeutet. Mir hat dieser Auftakt sehr gut gefallen und man bekommt Lust auf den zweiten Teil!

Quandt:

Ich kann mich hier nur einigen meiner Vorrednern anschließen. Ich finde, das Buch ist ein guter Auftakt der Biografie Galottas. Nebenbei erfährt der Leser viel Hintergrundwissen über das Mittelreich, seine Könige und die Magiergesellschaft, vor allem über die Weiße Gilde. Ein Muss für jeden, der sich für aventurische Geschichte und oder Magier interessiert.

Lorion Albenhaupt:

Interessanter Roman mit interessantem Einblick in Galottas Inneres. Sprachlich ist er eher mittelmäßig und auch inhaltlich vermutlich eher etwas für DSA-Kenner. Für einen DSA-Fremden dürfte es etwas langweilig und unspektakulär werden. Auf einer Skala von 10 (perfekt) bis 0 (bodenlos): Charaktere: 08; Setting: 08; Spannung (DSA-Kenner): 07; Spannung (kein DSA-Kenner): 04; Sprachlicher Stil: 05; Fazit: Für DSA-Kenner interessantes Buch trotz sprachlicher Schwächen.

Rezensionen[Bearbeiten]

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Rezension vorhanden:
Rezension von Marc Völker, 2007

Der Hofmagier erzählt die Geschichte des jungen Magnus Gaius Cordovan Eslam Galotta. Galotta strebt danach, die Weiße Gilde, der er angehört, zu reformieren. Kurz nachdem er mit seinem Versuch scheitert, wird er von Kaiser Reto als Hofmagier an seinen Hof berufen. Dort gerät Galotta in die höfischen Intrigen, und es werden Ereignisse in Gang gesetzt, die Galottas Schicksal entscheidend beeinflussen ...

Die Handlung in Der Hofmagier erstreckt sich über gut zwei Jahrzehnte. Die Erzählung erfolgt in Episoden, zwischen denen immer wieder größere Zeiträume liege. Daher hat man verstärkt das Gefühl, keine ganze Geschichte, sondern immer nur Teile davon zu lesen. Die einzelnen Teile sind inhaltlich interessant und spannend ausgearbeitet. Allerdings bleibt auch das Gefühl, dass wichtige Ereignisse nur kurz angerissen werden. Hinzu kommt, dass es den Autoren auf Grund dieses Aufbaus nicht vollständig gelingt, einen übergreifenden Spannungsbogen zu erzeugen.

Was dem Buch ganz klar fehlt, ist ein echter Sympathieträger. Mit der Person Galotta kann man sich in Anbetracht der Entwicklung des Charakters nicht wirklich identifizieren. Dies trifft um so mehr zu, wenn man Galottas Zukunft kennt. Letzteres führt in Verbindung mit den vielen Informationen, die über Galotta in DSA-Kreisen bereits bekannt sind, im Übrigen auch dazu, dass der Leser mitunter das Gefühl bekommt, dass das Ergebnis der Geschichte bereits unumstößlich feststeht.

Der Hofmagier ist jedoch eine sehr interessante Charakterstudie. Die Autoren stellen sehr schön dar, wie sich Galotta auf Grund der Ereignisse, in die er verwickelt wird, allmählich verändert und korrumpiert wird. Man gewinnt den Eindruck, dass Galotta zwar seit jeher skrupellos und verantwortungslos war, nicht jedoch böse. Der Charakter wird vielmehr ein Opfer von Ereignissen, die seine Zukunft entscheidend verändern. Ob das zum persönlichen Bild des "abgrundtief bösen Schwarzmagiers Galotta" passt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist jedoch, dass die Entwicklung des Charakters immer schlüssig und nachvollziehbar bleibt.

Interessant sind auch die Darstellungen Retos und Hals, die doch teilweise extrem von der offiziellen Geschichtsschreibung abweichen. Die Charaktere werden von den Autoren keineswegs glorifiziert, sondern ganz im Gegenteil vermenschlicht. Dadurch gewinnen die Charaktere erheblich an Glaubwürdigkeit. Im Gegenzug nehmen die Autoren die Tatsache billigend in Kauf, dass Mythen, die im Laufe der Zeit um die Charaktere entstanden sind, zerstört werden. Als Nebeneffekt dieser Charakterdarstellung verschwimmen die Grenzen zwischen schwarz und weiß in Der Hofmagier noch wesentlich stärker als es durch den Hauptprotagonist ohnehin schon der Fall ist.

Stilistisch gesehen fällt die Tatsache, dass die Texte von zwei unterschiedlichen Autoren stammen, kaum auf. Selbst bei detaillierter Betrachtung sind keine Stilbrüche zu erkennen. Man merkt dem Roman sehr deutlich an, dass die Autoren über reichlich Erfahrung im DSA-Universum verfügen. Exemplarisch sei hier die Tatsache erwähnt, dass Termini aus dem DSA-Regelwerk (z.B. Zauberformeln) direkt übernommen wurden, statt neue Umschreibungen dafür zu erfinden. Dadurch erhält das Buch unter DSA-Fans einen hoher Widererkennungswert. Für Unkundige finden sich zu den Sprüchen im Glossar auch noch Erklärungen.

Eine große Herausforderung war bei diesem Roman die Recherche. Die Autoren haben unzählige Dokumente und Quellen nach Hinweisen auf Galotta (der wohl zu den meistverwendeten Charakteren der DSA-Geschichte zählt) durchforstet, die in der Erzählung berücksichtigt werden mussten. Trotz dieser massiven Vorgaben gelingt es den Autoren, eine glaubwürdige Geschichte zu erzählen, der man nur selten anmerkt, dass es sich um eine Konstruktion um bekannte Fakten herum handelt. Ein bemerkenswerter Nebeneffekt ist dabei die Tatsache, dass das Buch zu einer wahren Fundgrube für DSA-Fans geworden ist, in der sich unzählige Anknüpfungspunkte zu bestehenden Handlungsfäden finden.

Layout:
Etwas negativ aufgefallen, ist mir das Titelbild, das so gar nicht zum üblichen Stil passt, sonder verhältnismäßig grob und unprofessionell wirkt.

Fazit:
Letztendlich werden sich für die Biografie des G.C.E. Galotta primär DSA-Spieler interessieren, wobei diese Einschränkung abzusehen und wohl auch einkalkuliert war. Wer sich für Galotta interessiert, wird auch den etwas dürftigen Spannungsbogen verzeihen. Von einer Biografie war so etwas zu erwarten. Von mir erhält Der Hofmagier 8 von 10 Punkten.




Rezension von Krassling, 2006

Der vorliegende Band ist nicht der erste Roman, der die Geschichte einer aventurischen Persönlichkeit erzählt. Dennoch wurde gerade die Biographie des ehemaligen Hofmagiers Galotta mit größter Spannung erwartet. Dies liegt sicher nicht nur an der Verbesserung der Kommunikation und Werbung in der Branche, sondern nicht zuletzt auch daran, dass mit G.C.E. Galotta eine der interessantesten Persönlichkeiten der aventurischen Geschichte im Mittelpunkt der Erzählung steht. Ungewöhnlich ist auch, dass mit Kathrin Ludwig und Mark Wachholz gleich zwei Autoren mit dieser Aufgabe betraut wurden, die zudem beide zum ersten Mal als Romanautoren auftreten.

Der Hofmagier ist nur der erste Teil dieser Biographie, die den Werdegang eines großen Mannes beschreibt. Entsprechend des Titels steht der Roman ganz im Zeichen der Herrschaft Kaiser Retos, der Galotta als Hofmagier seiner Majestät nach Gareth holt. Retos zupackende und entschlossene Art wird gleich zu Anfang eindrucksvoll in Szene gesetzt. Doch im Verlauf des Romans werden auch die Schattenseiten des beliebten Kaisers beschrieben. Der Magierphilosoph Galotta gerät immer wieder in Konflikt mit seiner Umwelt, denn seine Überzeugungen sind nicht für jedermann nachvollziehbar. Zwar kann er Reto von seiner Ergebenheit überzeugen, doch zieht er sich den Zorn der geheimnisvollen Nahema zu, als er es ablehnt, ihr Schüler zu werden.

Die Schauplätze des Romans beziehen sich in erster Linie auf die verschiedenen Personen, die Galotta nahestehen. Die junge Thronfolgerin Alara sucht Galottas Nähe und entwickelt eine Beziehung zu dem Magier, die sowohl von Nähe als auch von Distanz geprägt ist, und Galotta weiß sehr wohl, dass ihn ein falscher Schritt im höfischen Leben schnell den Kopf kosten kann. Seine Forschungen führen Galotta schließlich in den Reichsforst, um dort Kontakt zu den Elfen aufzunehmen, von denen er sich Einblicke in die ursprünglichen Formen der Magie erhofft. Der begabte Beherrschungsmagier bindet die Seelen mehrerer Elfenwaisen an sich und kehrt mit ihnen zurück an den Hof von Gareth. Die Beziehung zu "seinen" Elfen ist im Folgenden von einer Hassliebe geprägt, die bisweilen groteske Züge annimmt. Beinahe tragisch zu nennen ist dabei das Unvermögen Galottas, die Natur des Problems zu erkennen und die Beziehung zu seinen Kindern richtig einzuschätzen. Die dritte Person ist Kaiser Reto selbst. Auch wenn der Regent natürlich auch am Hof präsent ist, so sind für Galotta doch in erster Linie die Eroberungspläne seines Kaisers von Belang. Die Planungen zur Eroberung Maraskans nehmen immer weiter Gestalt an, und Reto erwartet von seinem Hofmagier eine Waffe für den Krieg. Tatsächlich gelingt es dem Magier, eine Waffe zu entwickeln, die während des Krieges zum Einsatz kommt. Im Dschungel der verfluchten Insel stößt er auf eine Hinterlassenschaft der alten Echsen und macht eine Bekanntschaft mit den Dienern der Skrechu.

Der zeitliche Rahmen, den es für die Autoren abzudecken galt, und der begrenzte Platz, der in einem Roman wie diesem zur Verfügung steht, führen zu einem sehr episodenhaften Aufbau des Romans. Leider führt dies dazu, dass viele Dinge nur sehr kurz angerissen werden können. Gerade bei einer überaus komplexen Persönlichkeit wie Galotta hätte man sich mehr Auseinandersetzung mit seiner Magierphilosophie und den Konsequenzen gewünscht. Im Rahmen der einzelnen Episoden wird auch immer wieder deutlich, dass einige Elemente der Entwicklung der Persönlichkeit gewidmet sind, während andere den historischen Ereignissen geschuldet sind und Galotta nur in einer Nebenrolle zeigen.

Diese Form des Romans hat zwei schwerwiegende Konsequenzen. Die zahlreichen Unterbrechungen, Sprünge und Wechsel in der Thematik haben zur Folge, dass sich Der Hofmagier weniger wie ein durchgehender Roman liest, sondern wie eine Sammlung verschiedenster Anekdoten. Auch wenn sich durchaus eine Spannungskurve über den Roman hinweg erkennen lässt, so wird diese doch durch die Zerstückelung und die zahlreichen Subplots eines Großteils ihrer Wirkung beraubt. Für den DSA-Fan haben diese zahlreichen Auswüchse und Anekdoten aber den Vorteil, dass der Roman zu einer wahren Fundgrube an Detailinformationen wird. Die Autoren verstehen es immer wieder, bestimmte Elemente mit Leben zu füllen, aber auch, neue Verknüpfungen zu generieren. Da ist die Pyramide der Echsen, die der Hofmagier zusammen mit Hauptmann Helme Haffax stürmt, die importierten Kalekken, die Galotta auf seiner Insel aussetzt, und einige pikante Details am Kaiserhof, die auch Veteranen des Schwarzen Auges noch in Staunen versetzen werden.

Der Kenner wird die zahlreichen Anknüpfungen und sorgfältig recherchierten Details wohlwollend zur Kenntnis nehmen. Die Autoren sind mit Aventurien und der Welt des Schwarzen Auges vertraut, und das ist in diesem Fall nicht nur eine leere Floskel. Insgesamt führt dies jedoch in meinen Augen auch dazu, dass die vielen Ereignisse und aventurischen Elemente nur wenig Raum für die Persönlichkeit Galottas und seine Entwicklung lassen. Zwar sind auch hier immer wieder Szenen zu finden, doch insgesamt bleibt man hinter den Möglichkeiten zurück, die diese Figur geboten hätte.

Es war nicht zu erwarten, dass die Feinheiten der Zauberei eine größere Rolle in diesem Roman spielen würden, doch stolpert man hin und wieder über einige Dinge. Gestört hat mich an einigen Stellen die direkte Übernahme der Termini aus dem Regelwerk, wo doch zum Beispiel eine gildenmagische Fomel des Verwandlungen beenden wesentlich angebrachter gewesen wäre. Doch derlei Dinge sind nur Kleinigkeiten, und insgesamt hinterlässt der Roman einen soliden sprachlichen Eindruck.

Fazit:
Seinen Anfang nahm die Gestalt des Gaius Cordovan Eslam Galotta in Ulrich Kiesows Mehr als 1000 Oger (1988). Seit dieser Zeit verbinden die Freunde des Schwarzen Auges mit dem Namen Galotta den finsteren Antagonisten, der zu allem entschlossen ist. Die Autoren beleuchten in diesem Roman jedoch die Zeit vor dem Fall des großen Magiers. Der Hofmagier Retos ist machtbewusst und zielstrebig, aber böse würde ihn zu diesem Zeitpunkt niemand nennen. Das Bild, das sich hier ergibt, ist also ein gänzlich anderes als jenes, welches jahrelang in den Köpfen der Spieler vorherrschte. Als Biographie einer aventurischen Persönlichkeit lässt Der Hofmagier sicher andere Werke dieser Art aus der Reihe des Schwarzen Auges hinter sich. Als Roman für die Allgemeinheit besitzt er jedoch nur mittelmäßige Qualitäten. Die zahlreichen Anspielungen und aventurischen Details sind in aller Regel nur für DSA-Spieler interessant, unter denen der Roman wohl auch seine Kundschaft finden wird.

Mit Blick auf die bisherigen Romane ergibt sich aus meiner Sicht eine Gesamtwertung von 7 Punkten.

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