Aventurischer Bote Nr. 150

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PublikationenAventurische Boten

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Sonderausgaben:
Allav. Con 2002Magische Zeiten 2005SPIEL 2006RatCon 2011RatCon 2013Garether Stadtbote
RatCon 2015


Aventurische Archive:
Kleinodien (#1-#20)I (#23-#36)II (#37-#43)III (#44-#54)
IV (#55-#61)V (#62-#65)VI (#66-#69)VII (#70-#73)
VIII (#74-#77)Sammelband I (#23-#61)


Listen:AbenteuerKurzgeschichten
SpielhilfenSpielhilfen thematisch

[?] Aventurischer Bote Nr. 150
AvBote 150.jpg
Hintergrund: Cover von Die Quelle der Geister
Aventurischer Bote
Aventurisches Datum ING/RAH 1034 BF
Seitenzahl 8 s/w, 32 farbig
Unterseiten
Index Automatischer Index
Errata Inoffizielle Errata
Mitwirkende
Redaktion
Autoren Björn Berghausen, Michael Borth, Tobias Dahlmann, Claudia Dill, Marco Findeisen, Dominic Hladek, Franz Janson, Marc Jenneßen, Michael Masberg, Moritz Mehlem, Noumena Studios, Stefan Unteregger, Judith C. Vogt
Illustrationen Anna Steinbauer (Cover), Mia Steingräber (Titelzeile), Miriam Cavalli, Anja Di Paolo, Anna Hessmann, Sabrina Klevenow, Melanie Maier, Diana Rahfoth, Patrick Soeder, Tristan Denecke, Verena Schneider, Noumena Studos GmbH, Boros & Szikszai
Auflagen
Erscheinungs­datum 2011/11/30 " November 2011 (November/Dezember 2011)
Preis 3,50 €
Erschienen bei Ulisses Spiele
Erhältlich bei F-Shop
Links
Weitere Informationen Rezension
Mit freundlicher Genehmigung der
Ulisses Spiele GmbH

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Der Aventurische Bote bietet auch zu seinem 150. Jubiläum wie immer Neuigkeiten und Spielmaterial aus der Welt des Schwarzen Auges. Ebenfalls ist das neue T-Abenteuer T9 enthalten!

Die Nachrichten widmen sich dramatischen Ereignissen aus ganz Aventurien: So erfährt man mehr über die Situation im albernischen Bredenhag, wo der grausame Jast Irian von Crumold herrscht. Der Salamander berichtet wieder über die wichtigsten Entwicklungen in der Gildenmagie, aber auch Botschaften aus Meridiana, den Dunklen Zeiten und dem berüchtigten Optolithen haben es in die Ausgabe geschafft.

Während sich der schwarzweiße InGame-Teil den Neuigkeiten aus Aventurien widmet, kommt der Farbteil mit einer großen Menge unterschiedlichster Spielhilfen daher. So kann man eine Beschreibung des königlichen Palastes von Mirham finden, die auch eine Aussicht auf die weitere Entwicklung Stadt aufzeigt.

T9 – Hochzeit wider Willen: Für die Spielleiter wird aber vermutlich vor allem das T-Abenteuer Hochzeit wider Willen von Interesse sein, indem sich die Helden – wie es der Name schon andeutet – als eine Art Heiratsvermittler in den Tulamidenlanden betätigen müssen.

In der Reihe der Meisterpersonen des Schwarzen Auges findet man dieses Mal gleich zwei aventurische Prominente: Salpikon Savertin, den Convocatus Primus der Schwarzen Gilde, und den berüchtigten Lucardus von Kémet.

Desweiteren beschäftigt sich der Jubiläumsbote mit den legendären Botenreitern aus Beilunk und passend zum Aventurischen Atlas und der Kaiserlichen Derographischen Gesellschaft aus Verschworene Gemeinschaften wird der Archetyp der Kartographin vorgestellt.

Als kleinen Vorgeschmack zum Abenteuer Schleiertanz kann man in die Kurzgeschichte um das Kitab ash Shifa, ein mysteriöses Zauberbuch, eintauchen und mehr über einige der Pro- und Antagonisten des Abenteuers erfahren. Mit dem Boten wird zudem das T-Abenteuer Hochzeit wider Willen geliefert, welches eine junge Heldengruppe nach Zorgan führt, von wo aus sie einen jungen Bräutigam zu seiner Hochzeit nach Elburum begleiten sollen.

Ergänzt werden die Berichte von Meisterinformationen zu den jeweiligen Artikeln.

Der inneraventurische Schwarzweiß-Teil deckt diesmal den Zeitraum Ingerimm/Rahja 1034 BF ab.
— F-Shop

Inhalt - Irdischer Teil[Bearbeiten]

Seite(n) Titel Art
2 Editorial Intern
3-6 Der königliche Palast von Mirham Ortsbeschreibung
6-7 Von Feenmacht und Elfenmärchen - Alalihn Spielhilfe
8-10 Serie: Meisterpersonen Aventuriens - Salpikon Savertin Meisterpersonen
11-12 Lucardus von Kémet Meisterpersonen
13-14 Die Beilunker Reiter - Beginn einer neuen Ära? Spielhilfe
14-16 Skaldentum & Heldensänge Spielhilfe
16-17 Aventurische Archetypen - Die Kartographin Spielhilfe
18 Die Tiefe – Teil II Myranor
19 Kein Frieden für die Warunker
20-21 Aventurische Kleinanzeigen Spielhilfe
21-22 Lebendiges Aventurien - eine bewegte Geschichte Spielhilfe
23 Leseprobe aus Khunchomer Pfeffer: Tod auf dem Mhanadi Leseprobe
24 Pfad nach Aventurien Spielhilfe
25-29 Das Geheimnis des Kitab ash Shifa Kurzgeschichte
29-31 Meisterinformationen Meisterinformationen
31 Errata Errata
31 Chronologie der inneraventurischen Ereignisse im Aventurischen Boten 150 Chronologie
32 Abocoupon und Impressum

Inhalt - Aventurischer Teil[Bearbeiten]

Seite(n) Titel Untertitel aus Zeit
A1 Ein Ritter ohne Wehr Graf Danos von Luring erobert die Reichsstadt Luring - eigenhändig Aventurischer Bote Rondra 1034 BF
A2 Bekenner in den Kerkern der Inquisition! Ketzerische Umtriebe erschüttern die Praios-Kirche Aventurischer Bote Ingerimm 1034 BF
A2 Tragischer Zwischenfall auf der Fürst-Istav-Allee Khunchom bangt um Fürstenfamilie Aventurischer Bote Tsa 1034 BF
A3 Schwarzmagier wird Convocatus Altissimus! Trostpreis für die Bruderschaft der Wissenden?! - Besetzung des gremium honoris noch unklar Salamander Firun 1034 BF
A3 Foslarin fordert gildenübergreifendes Tribunal! Salamander Firun 1034 BF
A3 Bleibt der Horas dem Konvent fern? Salamander Firun 1034 BF
A4-A5 Graf von Bredenhag fällt in Revolte Aventurischer Bote Phex 1034 BF
A4 Praios-Tempel geht in Flammen auf! Havena-Fanfare Rahja 1034 BF
A5 Die Macht der Feen - Wohin geht Albernia? Aventurischer Bote
A6 Entdeckung in Vinsalts Sotterranea Forscherin enthüllt sensationellen Dreihorasmonat zur Zeit der Dalekiden Kusliker Kurier Peraine 1034 BF
A6 Aufstände in Al'Anfa
A6 Brabaker Zusammenkunft
A6 Überfälle auf Sklavenhändler
A6 Gedenkfeier für Alessandrian Arivorer
A7 Juralas Joch Hesindespiegel Peraine 1034 BF
A8 Sonderblatt zum Perlenmeer Rudon von Darbonia wieder im Amt Der Optolith
A8 „Wir sind keine Kirche!“ Hohepriester gibt Weisung an den Kult der Tiefen Tochter aus Der Optolith
A8 Seemannsgarn Der Optolith
A8 Bornländer unter Gekreuzten Schwertern? Der Optolith
A8 Kleinanzeigen aus der Stadt aus der Tiefe Der Optolith

Zusatzinformationen[Bearbeiten]

Kritik[Bearbeiten]

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Bewertung[Bearbeiten]

Aventurische Bote: Aventurischer Bote Nr. 150 (Aventurische Bote|Rangliste)
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Kommentare[Bearbeiten]

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Rezensionen[Bearbeiten]

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Rezension vorhanden:
Rezension von Fieser Meister, 2011

Bei Nandus!

Der neue Aventurische Bote ist da, und er ist GUT!!! Richtig gut! Ich habe ja in meinen letzten Rezensionen nicht allzu viele gute Haare an den schlecht gemachten, lieblos gefertigten Heften mit dennoch teils guten Texten gelassen, aber diese Ausgabe hat mich sehr überzeugt.

Doch der Reihe nach, bewahren wir Ruhe – ich will euch alles in der Ordnung berichten.

Diese Rezension enthält ungekennzeichnete Meisterinformationen nur, soweit es den Innenteil und das Fazit betrifft. Der Text über den Mantelteil kann bedenkenlos von Spielern gelesen werden, Meisterinformationen sind nicht enthalten.

Äußere Erscheinung

Der Bote ist diesmal relativ dick – die Seitenzahl ist die gleiche wie immer (30 + 8 S.), aber dafür gibt es nur eine Seite Eigenwerbung und 1 ½ Seiten sind ziemlich groß gedruckt (siehe unten). Trotzdem ein guter Schnitt für 3 ½ Dukaten.
Mitgeliefert wurde das Kurzabenteuer "Hochzeit wider Willen" (T 9) von Alex Spohr. Etwas stutzig hat mich die Formulierung "gibt es in diesem Jahr noch einmal ein Abenteuer der T-Reihe im Boten", das klingt, als sei es das letzte Mal.
Das Titelbild zeigt eine Gruppe von XXX auf der Flucht vor einer Heldengruppe, es handelt sich um die Titelillustration des neuen Einsteigerabenteuerbandes "Die Quelle der Geister". Ich schreibe deshalb "XXX", weil ich keine Ahnung habe, was die künstlerische Freiheit des Zeichners uns da gezaubert hat – ganzkörperrasierte Orks, deren Khurkach so dezimiert sind, dass sie einen kleinen Dicken mitnehmen mussten? Na ja, das Bild gefällt mir trotzdem :-)
Das Heft enthält wie immer Rechtschreibfehler en gros, aber es sind diesmal weniger als in vergangenen Heften. Ich habe auch "nur" einen Satz gefunden, der mittendrin aufhört und zwei Sätze, denen entscheidenden Wörter/Namen einfach fehlen. Bin ich schon so weit, mich darüber zu freuen?
Übrigens wird das Heft ab dieser Ausgabe in einer Plastikfolie geliefert – das ist gut gegen Wind und Wetter, aber in Sachen Umweltschutz etwas bedenklich. Produzieren wir auf Erden nicht schon genug Plastikmüll?

Inhalt des Mantels

Wenn ich nun schon einmal am Motzen bin, zähle ich euch, geschätzte Leser, gleich die übrigen Schwachstellen des 150. Boten auf, auf dass ihr euch sodann voll und ganz an der Aufzählung von dessen Vorzügen erfreuen könnt:
Erstens kann ich nicht aufhören, mich darüber zu wundern, dass (wie Moritz Mehlem in seinem Blog berichtete) die Botenredaktion allen Ernstes beschlossen hat, für Myranor grundsätzlich nur eine Seite pro Heft zur Verfügung zu stellen – was soll das denn? Dann doch lieber zwei Seiten und dafür ein Heft Pause o.ä. Ich fand die zerstückelte Spielhilfe zum Wolkensegler schon blöd, aber bei der großartigen Spielhilfe zur "Tiefe" wurde deutlich sichtbar Potential verschenkt. Das hätten drei Seiten am Stück sein sollen und selbst Spieler, die Myranor nicht mögen, hätten eine "gute Geschichte" zu lesen bekommen, die man mit Einschränkungen auch nach Aventurien hätte verlegen können. Schade.
Zweitens ist die Illustration auf Seite 7 ziemlich verkorkst. Da ich die Künstlersignatur nicht kenne, gehe ich davon aus, dass es sich um das Werk einer jungen Zeichenfeder handelt, und will deshalb hier nicht zu laut meckern – Nachwuchs ist immer gut. Drittens bleiben Lektorat (Kommasetzung! Rechtschreibfehler, die jede Rechtschreibprüfung im PC-Dokument sofort erkennt! Ein Satz endet im Nichts!) und Angabe von Autorennamen ein schier unlösbares Problem für die Macher des Boten.

So, nun aber genug negative Kritik – jetzt sage ich euch, warum ihr euch den Boten dennoch kaufen solltet!

Der Bote beginnt mit einer Ortsbeschreibung von Marc Jenneßen. Ich kenne ihn nicht persönlich, aber mir geht es inzwischen so, dass ich mich bei diesem Autor und dieser Rubrik gewissermaßen gemächlich im Lesesessel zurücklehne und mich auf eine exzellente Spielhilfe freue. So vorurteilsbeladen bin ich. Auch diesmal wurde ich nicht enttäuscht: "Der königliche Palast von Mirham" hat alles, was man braucht, um sich so kurz wie möglich, aber so umfassend, wie für einen spielgeeigneten Überblick nötig, zu informieren. Auf dreieinhalb Seiten entfaltet der Autor hier ein ganzes Kaleidoskop von Möglichkeiten zum Spiel, die wichtigsten Personen werden ohne Werte, aber mit viel Einfühlungsvermögen präzise vorgestellt und das Palastgelände selbst ist eine wahre Spielwiese für Spielleiter. Es gibt sogar Mysteria & Arcana und überraschend viele Spielansätze. Genau so sollen Spielhilfen aussehen. Einziger Makel: ein Plan fehlt – problematisch bei einer solch gewaltigen Anlage, aber gerade dort meiner Meinung nach unerlässlich. Ich für meinen Teil habe Schwierigkeiten, mir eines der größten Gebäude Aventuriens mit zahlreichen Innenhöfen, Parks und Zimmerfluchten ohne zumindest große Übersichtskarte vorzustellen. Dennoch bin ich ohne Übertreibung davon überzeugt, dass man mit dem hier gebotenen Material eine ganze kleine Kampagne über mehrere Spielabende gestalten kann.

Der zweite Text stellt eine albernische Blütenfee namens Alalihn vor. Diese Spielhilfe ist der Beginn einer Reihe, die Feenwesen vorstellt, um sie als Begegnungen im Spiel zu benutzen. Der Text ist sauber geschrieben und ansprechend; er ist nicht gerade der Höhepunkt des Boten, aber dafür, dass ich von der Autorin glaube noch nie etwas gelesen zu haben, ist er sehr gut und auch gut im Spiel zu verwenden.

Es folgen zwei wirklich erstklassige Personenbeschreibungen zu Salpikon Savertin (3 S.) und Lucardus von Kémet (2 S.). Man könnte behaupten, bei diesen NSCs sei es schwer, eine schlechte Spielhilfe zu machen, aber ich sehe das anders. Man kann auch Rohal den Weisen langweilig beschreiben. Die beiden Porträts sind tiefgehend, aber dennoch nicht langatmig und vermitteln einen sehr guten Eindruck der Personen. Vermisst habe ich Querverweise zu früheren Boten, aber das gab vermutlich der Platz nicht her. Zu jedem der beiden gibt es ein Bild (beide sehr gelungen, das Lucardus-Bild fand ich beim ersten Mal Hinsehen misslungen, beim zweiten Mal in Ordnung und auf den dritten Blick war ich begeistert!), Hinweise für die Darstellung und einen ausführlichen Wertekasten. Was will man mehr?

Die nächste Seite (etwas mehr) enthält eine kleine (klitzekleine) Spielhilfe zu den Beilunker Reitern. Die Informationen sind so spärlich, dass es sich vermutlich um einen Teilvorabdruck des entsprechenden Texts aus der kommenden Spielhilfe zu aventurischen Organisationen (Teil 2) handelt. Dennoch ist der Text gerade so lang, dass man als Spieler oder Meister mal wieder etwas zum Thema gelesen hat, sich auf dem neuesten Stand wähnt und dennoch Interesse an genaueren Informationen entwickelt. Tolle Leistung, Herr Spohr!

So, und jetzt kommt der (für mich) Höhepunkt dieses Heftes. Dominic Hladek hat eine Spielhilfe zum Thema "Skaldentum und Heldensänge" geschrieben. Es handelt sich hier nicht um eine "ein-bisschen-Blabla-drei-Verweise-aufs-Regelwerk-und-ein-Bild-zum-Thema"-Spielhilfe, sondern um eine erstaunlich fundierte, recherchierte und kreative Meisterleistung. Ich kann es nicht anders formulieren. Der Autor stellt uns hier die Dichtkunst der Skalden (auf nur 2 S.!) in schier sämtlichen Facetten vor, er geht in Sachen Versmaß in die Tiefe, stellt (in wenigen Zeilen!) berühmte lebende Skalden so vor, als wären sie gerade um die Ecke gekommen und erklärt knapp, aber anschaulich die regeltechnischen Feinheiten nebst ausgearbeiteten Meta-Talenten. Ich mag hier insoweit voreingenommen sein, als ich sowohl ein Freund Thorwals als auch der realen nordischen Sagas bin, aber das ist wirklich ganz, ganz großes Lichtspieltheater. Wenn die DSA-Spielhilfen alles so wären (also auch die dicken), dann würden sämtliche Rollenspieler Ulisses/DSA die Bude einrennen. Das ist ja Cthulhu-Niveau!
Winzigkleiner Kritikpunkt auch hier: ein oder zwei Verweise auf die Botenartikel zum Thema Thorwal aus den letzten Jahren wären nicht schlecht gewesen. Und das Lektorat hat hier besonders geschlampt: "Ijlsind Sverholsdottir" sollte Ijslind Sverholdssdottir heißen, "Marada Geralsdottir" eher Marada Gerasdottir usw. Dennoch: eine großartige Spielhilfe.
Ergänzt wird dies, ich will es hier schon sagen, im Innenteil durch ein im thorwalschen Ifirnskvaett-Versmaß verfasstes Gedicht von Tobias Dahlmann, das poetisch hervorragend gemacht ist. Und ich meine damit nicht "nach Maßstäben von Rollenspielpublikationen", sondern nach Maßstäben von echter Poesie! Das Gedicht ist so gut, dass… ach, lest es doch selbst. Ein Meilenstein.

Als nächstes geht es qualitativ wieder etwas abwärts (kein Wunder nach dieser Vorlage!) mit der "Kartographin" als Archetyp. Die im vorletzten Boten begonnene Reihe wird damit fortgesetzt und ergänzt um einen im Aventurien der Gegenwart angesiedelten Heldentyp, der so "gebaut" wurde, dass man, auch als Anfänger oder auf Cons, sofort mit ihm losspielen kann. Sehr schön.

Nach dem Einseiter "Die Tiefe – Teil 2" (siehe oben, hervorragende, aber unangemessen zerstückelte Fortsetzung aus AB #149) folgt ein ebenso kurzer Text zu den Geschehnissen in Warunk, der an den Text aus AB # 148 anschließt. Ein netter Text, liest sich gut und macht Lust auf mehr. Mir haben allerdings ein paar wenigstens rudimentäre Meisterinformationen gefehlt. Mir ist schon klar, dass das ein "Teaser" ist, aber ein bisschen mehr Unterstützung für Gruppen, die nah an der Zeitlinie spielen, darf schon sein. Erwähnenswert ist noch das fantastische Bild eines "ungewöhnlichen" Heshthots auf dieser Seite. Ich bin an sich kein Freund digital erstellter Kunst aber – das ist toll!

Nun folgen – Kleinanzeigen. Ja, wirklich! Zum Jubiläum hat die Redaktion uns ein Geschenk gemacht und die schöne, alte, langvermißte Sitte der aventurischen Kleinanzeigen wiederbelebt, die mit Humor und Einfallsreichtum schon in der Vergangenheit immer zuverlässig eine Seite füllten. Ganz früher, als der Bote noch in schwarz/weiß erschien und nicht "das Magazin des Schwarzen Auges" war. Wer erinnert sich? Der Platz ist zwar sehr großzügig ausgenutzt, aber das ist mir jetzt auch egal. Solche Nostalgik wärmt mir das Herz. Nebenbei bemerkt sind viele der Anzeigen auch ziemlich gut, witzig und/oder hintergründig. Die Aufnahme eines kleinen Scherzes aus dem Rezensionsbereich von Nandurion zeigt, dass die Redaktion "ihre Pappenheimer gut kennt. Da hat sich mal jemand Mühe gegeben, danke!

Als nächstes erwartet den Leser eine gute Seite, die lustigerweise genau das Gegenteil von dem schafft, was die Spielhilfen weiter vorne leisteten: wenig Information in einem langen Text unterzubringen. Uns wird erklärt, was das "lebendige Aventurien" ist, was das Briefspiel grob ist und dass es da im nächsten Boten einen Artikel zu geben wird. Na, wer lacht? Außerdem werden personelle Veränderungen im Briefspiel verkündet. Das ist schade. Fazit: ein überflüssiger Text, aber nicht "ärgerlich überflüssig", sondern eher kurios.

Auf Seite 23 sind wir nun schon gelandet! Eine Leseprobe aus dem Roman "Khunchomer Pfeffer II" eröffnet den Reigen der "Werbung", der mit einer knappen Vorstellung des kostenlosen Einsteiger-Infohefts "Pfad nach Aventurien" schon wieder schließt. So stelle ich mit angenehme, unaufdringliche Werbung vor. Der mitunter grimmige Rezensent ist hoch zufrieden.

Im Weiteren entführt Alex Spohr (von dem übrigens gefühlt das halbe Heft stammt) uns nach Aranien, genauer gesagt nach Baburin. Eine viereinhalbseitige Kurzgeschichte, ansprechend bebildert und mit einem hilfreichen Kasten mit Meisterinformationen ausgestattet, ist es, die er uns bietet. Auch dieser Text hat mir ausnehmend gut gefallen. Die Geschichte ist spannend (Fortsetzung folgt! Zum ersten Mal seit Langem erwarte ich gespannt den nächsten Boten!), nicht zu lang und enthält durch ihre Verzahnung mit der Kampagne "Hinter dem Schleier" und den Kasten auch eine ordentliche Portion Spielwert. Ich bin versucht zu sagen: "Perfekt"!

Die anschließenden Meisterinformationen sind ebenfalls hilfreich, informativ und eng mit kommenden oder früheren Produkten und auch Botentexten verzahnt. So, wie der Spielleiter das mag.

Aventurischer Teil

Nun, da der Text wieder so ellenlang geworden ist (wer will denn das lesen?) noch ein paar Stichworte zum Innenteil:
Die Quanionsqueste kommt voran und kommende Handlungsstränge versprechen, verstrickt und episch zu werden. Die Magiergilden zanken sich immer noch, aber so wirklich etwas dabei herausgekommen ist noch nicht. In Al'Anfa brodelt es (immer noch), Tobias Dahlmann kann wirklich dichten und Globomong streckt kräftig ihre Tentakel aus.
Abschließend sei noch auf zwei auffallend gute Texte von Michael Borth, auch er nicht gerade ein Boten-Stammautor, zur Lage im Abagund und zur albernischen Politik hingewiesen. Vor allem der Text über "Die Macht der Feen" ist erstklassig!

Gesamteindruck und Fazit

So, damit ich heute noch fertig werde, kommt nun mein Fazit.
Wer diesen Boten nicht kauft, ist bescheuert. Ihr wisst, dass ich kein Jubelperser bin, im Gegenteil. Aber dieser Bote ist definitiv besser als die letzten vier (die böse Stimme in mir will sagen: "als die letzten vier zusammen", aber das wäre übertrieben). Egal, ob ihr Aranien, Thorwal, Al'Anfa oder die Schwarzen Lande mögt; egal, ob euch eher das Gezanke des garetischen Adels oder eher die metaplotrelevanten Umtriebe gewisser naßforscher Kultisten interessieren – hier kommt ihr auf eure Kosten. Der direkt oder indirekt am Spieltisch umsetzbare Spielwert ist enorm. Und ich bin mir sicher, dass ihr auch wissen wollt, wo Salpikon Savertin wirklich herkommt… Also lauft zu eurem Händler, bevor das Heft ausverkauft ist! Könnte diesmal schneller gehen als sonst.
Ich vergebe nur deshalb keine zehn Punkte, weil mich die vielen kleinen Fehler, die man mit einer Stunde zusätzlicher Arbeit locker ausmerzen könnte, zu sehr stören. Daher: neun von zehn Punkten!

Danke, Botenredaktion, ihr habt mir trotz des "Aventurischen Atlas" die Hoffnung zurückgegeben, dass Ulisses "es" kann und dass ihr ein wirklich überragendes Produkt auf die Beine stellen könnt.

Auf die nächsten 150 Ausgaben!

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